Die Gesundheitsreform -

Auswirkungen auf Versicherte

Krankenversicherung

   
3. Praxisgebühr von 10 Euro
 
Ab dem 1. Januar 2004 muss jeder GKV-Versicherte bei einem Arzt- und Zahnarztbesuch eine Praxisgebühr von 10 Euro pro Quartal bezahlen. Das gilt aber nur für die erstmalige Inanspruchnahme eines Arztes, ganz gleich, ob es sich um einen Haus- oder Facharzt handelt. Wer mehrfach zum selben Arzt oder mit Überweisung zu weiteren Ärzten geht, braucht die Praxisgebühr nicht noch einmal zu bezahlen. Auch wenn Versicherte sich künftig im Krankenhaus ambulant behandeln lassen wollen, zahlen sie diese Praxisgebühr, es sei denn, sie haben eine Überweisung. Damit verwirklicht die GKV das so genannte Hausarztmodell, was bei einigen privaten Krankenversicherern schon Gang und Gebe ist. Hausärzte können ihre Patienten aber zuzahlungsfrei an alle Fachärzte überweisen, also zum Beispiel auch an Gynäkologen oder Augenärzte.
Auch Fachärzte können Versicherte an andere Fachkollegen oder zurück an den Hausarzt überweisen, ohne dass für Versicherte eine erneute Praxisgebühr anfällt. Künftig sind Überweisungen aber nur noch innerhalb desselben Quartals gültig. Bei Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen (z. B. die Brustkrebs- oder Prostatakrebs-Früherkennung), bei Schutzimpfungen und bei Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt fallen keine Praxisgebühren an. Denn durch die Gesundheitsreform soll auch die Prävention gefördert werden und das Engagement der Versicherten für die eigene Gesundheit gestärkt werden.
Die Praxisgebühr wird fällig, sobald Versicherte eine ärztliche Leistung eines Haus- oder eines Facharztes in Anspruch nehmen. Das ist bereits der Fall, wenn sich Versicherte ein Rezept ausstellen oder Blut abnehmen lassen. Auch wer in Notfällen zum Arzt geht oder ärztliche Leistungen telefonisch in Anspruch nimmt, zahlt künftig eine Praxisgebühr. Dauert eine Behandlung bis in das nachfolgende Quartal, müssen Versicherte nochmals eine Praxisgebühr zahlen. Die Gebühr deckt beliebig viele Behandlungen beim selben Arzt ab, allerdings nur innerhalb eines Quartals.
Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sind aber generell von allen Zuzahlungen, also auch der Praxisgebühr, befreit. Chronisch Kranke entrichten die normale Praxisgebühr; sie müssen jedoch jährlich nur maximal 1% Ihres Bruttoeinkommens an Zuzahlungen leisten. Versicherte, die sich für die Kostenerstattung entschieden haben, zahlen die Praxisgebühr nicht an den behandelnden Arzt, sondern an ihre Krankenkasse.
 
     
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